31. SEO-Stammtisch Ruhrgebiet: Automatische Texterstellung, Siteclinics

31. SEO-Stammtisch Ruhrgebiet im Unperfekthaus

31. SEO-Stammtisch Ruhrgebiet im Unperfekthaus

Der 31. SEO-Stammtisch Ruhrgebiet fand nach mehreren Locations in anderen Ruhrgebietsstädten wieder im Kaminzimmer des Unperfekthaus Essen statt, und um die 40 Online-Marketer tauschten sich zu diesmal sehr vielfältigen Themen aus. Markus Klöschen zeigte den weiten Weg, den automatisierte Texterstellung seit den ersten Textspinnings gekommen ist. Im zweiten Slot wurden zwei Siteclinic-Sessions abgehalten, die in verschiedene Richtungen weit über den SEO-Tellerrand hinausgingen.

Markus Klöschen: Evolution automatisierter Texterstellung

Ein Kurzabriss der in den vergangenen Jahren geläufigen Methoden automatisierter Texterstellung lieferte Markus Klöschen, um dann ausführlich auf den aktuellen Stand der Technik einzugehen: statt Spinningtexten, die stumpf Produktnamen, Attribute und Phrasen austauschen, bieten heutige Tools Möglichkeiten, extrem differenziert, über Gruppen und Vererbungsregeln spezifiziert qualitativ hochwertige Texte zu generieren. Diese können zudem via Machine Learning und sogar über Conversion-Tracking weiter permanent optimiert werden.

Automatisierte Texterstellung: einleuchtende Vorteile

Automatisierte Texterstellung: einleuchtende Vorteile

Vor allem am klassischen Anwendungsbereich „Shop mit 40.000 Produkten, die der Beschreibung bedürfen“ wurden Vor- und Nachteile durchgespielt. Eine erhebliche Zeitersparnis und die Möglichkeit zum automatischen Variieren/Ändern der erstellten Texte nach saisonalen oder anderen Gesichtspunkten setzt voraus, dass man möglichst umfangreiche, ordentliche und strukturierte Daten hat, die zur Texterstellung genutzt werden können. Weiter braucht es eine API zum CMS, über das die erstellten Texte automatisiert publiziert und überarbeitet werden können.

Will man Stil- und Inhaltspräferenzen anhand der Konversionsraten nachoptimieren, müssen auch diese Konversionsraten ans Tool übermittelt werden. Zu guter Letzt gilt doppelt, was bereits für die Erstellung althergebrachter Spinningtexte galt: um die Basis-Textbausteine, -varianten und -regeln zu erstellen, braucht es eine eigene Expertise, die sich in der Regel erst nach einigem Training einstellt. Der Job der Texter wird keinesfalls überflüssig, aber nochmals deutlich komplexer.

Möglichkeiten und Grenzen der Methode wurden anschließend diskutiert: ab einer bestimmten Menge an Einzeltexten nach gemeinsamem Schema wird die Technik für Seiten auch jenseits der klassischen Onlineshops/Produktangebote hoch interessant. Vor allem für den Shopbereich wurden auch die Grenzen diskutiert: beispielsweise dahingehend, dass im deutschsprachigen Web gut lesbare, informationsreiche Produkttexte von den Nutzern gut angenommen werden, der Kauf dann aber oft genug anschließend auf der günstigsten – und nicht etwa am besten betexteten – Plattform stattfindet.

Siteclinic 1: Pottsalat.de

Ben Costners gesunder Launch Pottsalat.de war vorab abgekündigter Gegenstand der ersten Siteclinic, und vor der Durchsicht standen einige interessante Insights. Selbst zu einem generischen Keyword wie „Salat“ kann – offenbar größtenteils über Usersignale – ein Top 10 Ranking für eine spezifische, lokal ausgerichtete Seite rausspringen, das dann aber naturgemäß nicht gehalten werden kann. Viel relevanter Traffic über Nicht-SEO-Kanäle triggert Google demnach durchaus zum „Testen“ der Performance einer Webseite in den Top 10.

Siteclinic: Pottsalat.de

Siteclinic: Pottsalat.de

Nachdem es sich bei der Seite aber um einen regional ausgerichteten Salat-Lieferdienst im Ruhrgebiet handelt und ein Nutzer aus Bayern, der sich eine Salat-Rezeptinspiration holen will, dort nicht glücklich wird, lohnt es wenig, hier Rankings halten zu wollen. Überraschend schnell schwenkte die Diskussion von Suchmaschinenoptimierung zu insbesondere mobiler CRO, mobiler Pagespeed und der naheliegenden Debatte Mobile App vs. Progressive Web App. Neben den strategischen Entscheidungen, die hier abgewogen werden müssen, wurden auch noch die Basics durchgesehen und priorisiert: die eine unvermeidliche Grafik, deren Optimierung vergessen wurde, tauchte ebenso auf wie die Abwägung von Requestmengen/Scriptzusammenlegungen und dem Switch zu http/2.

Siteclinic 2: Threedom.de

Spontan zur Siteclinic 2 eingebracht wurde die Seite Threedom.de mit dem Vorbehalt, dass es sich um ein Hobbyprojekt ohne konkretere Monetarisierungsziele handele. Das 3D-Druck-Blog im Umfeld der Makerspace-Bewegung erwies sich als interessantes Diskussionsthema in Sachen Projektlaunch, Zielgruppenfindung und -ansprache sowie allgemeiner Webseitenstrategie.

Siteclinic, 31. SEO-Stammtisch Ruhrgebiet

Siteclinic, 31. SEO-Stammtisch Ruhrgebiet

Auch hier wurde das klassische SEO vergleichsweise schnell abgehakt und stattdessen über Vor- und Nachteile nerdiger Wortschöpfungen wie Threedom und Knowl3Dgebase diskutiert, wie man angenehmes (zielgruppengerechte Begrifflichkeit) und Nützliches (Auffindbarkeit zu gängigen Begriffen) verbindet, und ob eine Auflage Sticker für die Stickerkisten auf diversen Makerspaces und Hackercamps mehr zum Communitybuilding beitragen könnte als eine Review-Offensive für 3D-Druck-Filamente.

Learning: Unter SEOs ist das Betreiben der einen oder anderen Hobbyplattform zum Ausprobieren durchaus verbreitet – um vergleichsweise frei von Marketing- und Kundendruck einfach inhalts- und interessenorientiert zu arbeiten und analysieren, was passiert. Das wird auch generell auch als höchst sinnvoll betrachtet, nur teilt es sich mit dem ebenfalls gängigen Phänomen „nicht projektierte Domains“ das Problem der knappen Ressource Zeit.

Fazit:

Ein sehr facettenreicher SEO-Stammtisch, auf dem einmal mehr klar wurde, wie weit das Feld inzwischen wurde, auf dem wir uns bewegen. Zum nächsten Stammtisch werden wir wie immer rechtzeitig vor dem Termin – September ist angepeilt – auf Facebook und Xing einladen.

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